Tipps für Neudiagnostizierte:

Allergene erkennen:
Da ihr euer Leben jetzt neu ordnen müsst, ist es wichtig, dass ihr beim Einkaufen genau hinschaut. Durch die EU- Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) besteht die Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln in den EU- Staaten. Du kannst dich somit auf die Zutatenliste der Lebensmittel verlassen.
Es besteht die Pflicht, dass alle 14 von der EU anerkannten Allergene auf verpackten Produkten hervorgehoben werden (beispielsweise durch kursive, fette oder farbige Schrift). So sind die Allergene auf Anhieb erkennbar. Sollten Allergene als Trägerstoffe, Zusatzstoffe oder Aromen eingesetzt werden, besteht ebenfalls die Kennzeichnungspflicht.
Diese 15 verbotenen Zutaten solltest du dir am besten für deinen Geldbeutel ausdrucken und auswendig lernen (15 böse Zutaten).
Achtung: hinter den sogenannten E-Nummern kann sich kein Gluten verstecken. Diese sind immer allergenfrei.

Auswärts essen:
Darauf müsst ihr nicht verzichten, wenn ihr gut vorbereitet seid! Sprich: ihr solltet immer die 15 verbotenen Zutaten zur Hand haben und beispielsweise eine Bitte an den Koch (Bitte an den Koch der DZG). Dann habt ihr immer eine gute Erklärung zum Abgleich für eine Bedienung oder den Koch zur Hand. Ihr müsst einfach nur ins Gespräch kommen und mit den Menschen reden.
Ihr solltet immer darauf achten, wenn ihr Lebensmittel beim Metzger oder an einem Imbiss oder auch Restaurant kauft, dass diese nicht neben glutenhaltigen Lebensmitteln liegen oder mit den gleichen Zangen weggenommen werden. Auch beim Frittierfett müsst ihr darauf achten, ob ebenfalls glutenhaltige Lebensmittel in dem fett gebraten werden. Dann sind diese kontaminiert und für uns nicht mehr kontaminationsfrei essbar.

Meine Küche:
Ihr solltet euch von Grund auf neue Gedanken über eure Küche und Küchengeräte machen. Denn bisher ist wahrscheinlich alles kontaminiert. Ihr solltet euch als Zöliakie- Betroffene neue Brettchen (besonders Holzbrettchen), Mixer, Waffeleisen und Toaster anlegen. Die Kontaminationsgefahr bei den Küchengeräten ist nämlich enorm groß. Überall finden sich Krümel, die für uns schädlich sind. Richtet euch bestenfalls eine eigene glutenfreie Ecke in der Küche ein, an der es keine glutenhaltigen Lebensmittel gibt. So seid ihr auf der sicheren Seite.

Vorsicht geboten:
Oft befinden sich die verbotenen Zutaten in Lebensmitteln oder Getränken, in denen wir das einfach nicht erwarten. Egal ob in einem Saft, der Wurst oder dem Käse oder auch dem Salat in der Kühltruhe. Denkt also daran, dass ihr immer auf die Zutatenliste schaut oder beim Metzger nach den Inhaltsstoffen fragt. Vorsicht ist auch bei Fertiggerichten, Soßen oder Gewürzmischungen geboten.
Auch in der Apotheke beim Medikamentenkauf, bei Kosmetik- und Hygieneartikeln müsst ihr genau auf die Inhaltsangaben schauen.

Alkohol und Zöliakie:
Alle Destillate (auch Weizenkorn) sind glutenfrei. Würden glutenhaltige Zutaten nach dem Destillieren hinzugefügt, muss dies ebenfalls in den Zutaten angegeben werden (Whisky, Wodka...).
Auch bei Likören oder weinhaltigen Getränken müssen die Allergene erkennbar sein. Bei einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2% muss keine Zutatenliste auf der Flasche sein. Die 14 Allergene müssen dennoch immer gekennzeichnet sein (Ausnahme: das Allergen steht im Namen des Getränkes „Weizenkorn“. Dann muss das Allergen nicht extra aufgeführt werden). Und mittlerweile gibt es übrigens auch ziemlich viele glutenfreie Biersorten.

Thema Gerstenmalzextrakt:
Gerstenmalzextrakt an sich ist immer glutenhaltig. Es gibt allerdings einige Produkte, deren Glutengehalt unter den 20 ppm liegen und somit die für Zöliakie- Betroffenen geeignet sind (Produkte mit einem Glutengehalt von unter 20 ppm gelten als glutenfrei).
Ob diese Produkte glutenfrei sind, erfahrt ihr beispielsweise bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (als Mitglied in dem DZG Buch oder der App) oder durch direktes nachfragen beim jeweiligen Hersteller.
Beispielsweise gibt es glutenfreies Bier, Bionade oder Chips mit Gerstenmalz, die allerdings als glutenfrei eingestuft sind. Dies erkennt ihr dann oft an dem glutenfrei- Symbol (der durchgestrichenen Ähre).
Auch einige Lindtprodukte werden als glutenfrei eingestuft. Ob ihr diese essen dürft, erfahrt ihr direkt über Lindt oder die DZG.

Glutenfreie Weizenstärke/ Hafer:
Bei Neudiagnostizierten rät man generell anfangs davon ab, glutenfreie Weihenstärke oder Hafer zu sich zu nehmen. Es gibt nämlich einen geringen Peronenkreis, der die glutenfreie Weizenstärke oder den glutenfreien Hafer nicht verträgt.
Wenn du dich ein paar Monate glutenfrei ernährt hast und deine Blutwerte in Ordnung sind, kannst du dich langsam daran wagen, die Weizenstärke oder den Hafer zu testen. Am Besten testest du diese nach und nach und lässt währenddessen deine Blutwerte kontrollieren. So bist du auf der sicheren Seite und kannst schauen, in wie weit du es verträgst.